Warum Sabine Müller besser ist als hotbabe69

Das Netz ist voller Kommentare. Das Internet wird immer mehr zur Austauschplattform für alles und jeden. Ob ich mich über die neusten Schminktipps auslassen möchte wie beispielsweise auf www.gofeminin.de oder über das neuste Fußballergebnis reden, ich kann das so gut wie auf jeder Internetseite.

Um seine Meinung öffentlich kund zu tun, bedarf es nicht viel. Einen Account anlegen ist kinderleicht und keinen interessiert’s, ob man Martin_Müller87, Kryptikon007 oder hotbabe69 als Benutzernamen angibt.

Nun, solange man sich über Ernsthaftes, womöglich sehr Intimes oder Privates austauscht und die Kommentare sachlich und respektvoll bleiben, scheint Kryptikon007 vollkommen akzeptabel. Gehen die Kommentare und Onlinebeiträge allerdings in eine abfällige, beleidigende und respektlose Richtung so stellt sich die Frage der Klarnamenpflicht.

Identität
Darf jeder alles was er denkt in einem Kommentar festhalten, ohne seine wahre Identität preiszugeben?

Beyonce

Quelle: facebook.de/promiflash

Ist es zulässig, dass sich die Netzcommunity hinter Nicknames und anonymisierten Logins versteckt nur um ihren Gedanken freien Lauf zu lassen?

Wer den öffentlichsten aller Wege wählt, seine Meinung zu äußern, bei dem sollte man annehmen, dass er diese Äußerungen gerne mit seinem vollen Namen unterschreibt. Denn wer so viel Energie in einen verfassten Text steckt, der möchte doch wohl auch dafür die Lorbeeren ernten, oder nicht? Genau das ist doch das Problem, denn für abfällige Kommentare möchte keiner verantwortlich sein, verfassen will sie jeder. 

Schmink_madchen_besser

Youtube

Quelle: youtube.com

Kommentare wie dieser finden selten, ich möchte behaupten, fast nie einen Autoren, der dazu öffentlich steht und sich der womöglichen massiven Gegenwehr stellt. Die meisten solcher Kommentare werden von Menschen verfasst, die sich hinter ihren Pseudonymen verstecken, weil sie sonst in der realen Welt keine Stimme finden. Ist das ein Grund eine junge Mutter als „fett“ oder Teenager mit Hautproblemen als „ekelhaft“ zu titulieren, ohne dass es Konsequenzen für den Verfasser solcher Beiträge hat?

Lösungsansätze
Eine gelungene Form ist das Moderieren von Foren. Somit können zumindest Fäkalsprache und politisch-unkorrekte Äußerungen vor Veröffentlichung gestoppt werden. Doch das verhindert auch nicht, dass sich feige, konfliktgeladene Menschen im Netz tummeln und ihrem Ärger Luft machen, in dem sie sich hotbabe69 nennen.

Eine Klarnamenpflicht muss her!

Das Bundesjustizministerium hat dieses Problem erkannt und reagiert wie folgt:

Eine Klarnamenpflicht sei unzumutbar für die bereits oben genannten, die Ängstlichen, Schwachen, Ausgegrenzten, die einzig und allein unter einem Pseudonym posten, um weiterhin unerkannt mit ihrer Homosexualität, ihrer Geschlechtskrankheit oder Drogensucht leben zu können. Folglich sei ein Klarnamenzwang kein in Betracht zu ziehender Gedanke.

Eine Stiftung Datenschutz sei die Lösung. Diese wurde bereits vom Bundesinnenministerium vorgestellt, jedoch bis dato nicht umgesetzt.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Form der Kontrolle im Internet große Erfolge feiern kann und respektlose Kommentare bald Vergangenheit sein werden.

Lisa Oppermann
Studiengang Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich Universität Bamberg

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Ein Gedanke zu “Warum Sabine Müller besser ist als hotbabe69

  1. Mist, ich kann hier nicht mal unter Pseudonym wüten. Dabei wollte ich doch erstmals inen Kommentar wie "Dein Artikel kotzt mich an!" ablassen.Die Klarnamenpflicht hat nur einen Nachteil: Sie ist undurchführbar. Kann man sich noch vorstellen, dass Straßenverkehrsteilnehmer stichprobenartig kontrolliert werden (auch das passsiert ja nur in lächerlichen Zahlen), so ist es völlig unrealistisch, den User zu kontrollieren, ob er sich mit seinem Namen oder mit dem des Nachbarn an einer Komentarwand verewigt. Und wohin staatlich verordnete IDs führen, lässt sich in Südkorea besichtigen (Staatsserver waren nicht vernünftig gesichert und Millionen IDs mit Klarnamen wurden gestohlen und veröffentlicht).Mir kommt es in der ganzen Debatte um Internet usw. viel zu oft um ein "Wäre doch schön, wenn…" und dann kommt ein Rezept aus der Kohlenstofffwelt, das im Netz technisch einfach nicht umsetzbar ist. Technische Realitätsverweigerung hilft aber nicht weiter.Social Media/Internet sind junge Technologien, und wir alle müssen erst lernen, damit umzugehen. Ich denke, dass sich irgendwann (hoffentlich bald) ein gesellschaftlicher Konsens entwickelt, dass man "so etwas nicht tut". Die Selbstkontrolle und Etikette ist das einzig mögliche Mittel, Pöbeleine zu minimieren. Verhindern wird man es eh nicht können, Deppen sterben nicht aus.Gruß aus FN, Ralf (der immer mit Klarnamen arbeitet 🙂

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