Völlig betrunken, peinliche Fotos und was die Welt noch über Medienkompetenz wissen muss

„Ich glaube ja nicht, dass sich dieses Internet durchsetzt.“ – Falsch gedacht. Man kann und sollte es nicht ignorieren. Dieses Internet. Es hat sich zu einer neuen Kommunikationsform eingebürgert. Kein Student oder Schüler kann sich noch vorstellen ohne Internet zu lernen. Fast kein Unternehmen kommt mehr ohne Social Media aus, ansonsten lauert die Gefahr bei den Verbrauchern schlichtweg vergessen zu werden. Man muss mit der Zeit gehen! Das Internet ist unter anderem eine hervorragende Plattform der Selbstdarstellung. Man kann PR in eigener Sache betreiben. Aber woher weiß ich eigentlich wie ich das am besten nutze? Wo liegen die Grenzen meiner Selbstdarstellung? Ich frage mich wo denn der Vorteil liegt der ganzen Welt zu erklären, wie betrunken man gestern wieder war, wie es Hoan Anh Schneitzel detailliert auf Facebook (und dank youropenbook gefunden wurde) gepostet hat: „ich bin sooooo betrunken, mein Kopf dreht sich andauernd, ihc hab mein Kopfkissen vollgekotzt und angepisst ahb ich mich auch noch… scheiße war das geil heute!!! ach und cih hab meinen Leuten gebeichtet, dass ich schwul bin, jetzt ist es offiziell!“ Was bringt manche Leute dazu, absolut peinliche Bilder online zustellen? Man braucht nicht lange suchen:

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Quelle: Facebookseite „Duckface“.

Im Netz findet man mittlerweile überall Ansammlungen von solchen Fotos, bei denen sich die User köstlich amüsieren können.

Es stecken viele Gefahren in der Online-Kommunikation, alte Floskel, das ist nichts Neues. Aber so langsam sollte man ernsthaft darüber nachdenken, wie man solche Gefahren entschärft. Um diese selbstverschuldeten Fehltritte zu minimieren muss man eine Medienkompetenz schaffen. Ein Medienselbstbewusstsein eben. Und wo lernt man die Dinge fürs Leben? In der Schule. Und genau da sollte man ansetzen. Kommentare wie „Man sollte die Kinder solange es geht von dem Internet fernhalten“ halte ich für überholt. Man kann die Kinder nicht ein Leben lang vor allen Gefahren schützen. Man muss sie darauf sorgfältig vorbereiten. Sie sollten von Anfang an lernen mit dem Internet richtig umzugehen. Welche Gefahren verbergen sich hinter dem World Wide Web? Welche Chancen bietet es und wie nutzt man es richtig? Der nachfolgenden Web 2.0 Generation sollte klar sein, dass es nicht gerade von Vorteil ist, wenn sie die Fotos hochladen, auf denen sie komatös zwischen Flaschen liegen. Doch das „Denken-vor-dem-Post“ ist sicherlich nicht das einzige Problem, welches angegangen werden muss. Auch die Regeln, wie man sich im Internet gegenüber anderen verhält, sollten gelernt sein. Die Plakate aus dem Klassenzimmer mit den „Ich-ärgere-meine-Klassenkameraden-nicht“- Regeln, müssen auf die Online-Welt übertragen werden. Das Problem des Cyber-Mobbing ist längst mehr als bekannt. Doch irgendwie scheint die ganze Welt hilflos gegen Online-Attacken. Es gibt „Melde“-Buttons in sozialen Netzwerken, für Kommentare und Bilder die aufgrund gewisser Aussagen entfernt werden sollten. Doch der Kommentar war trotzdem online und wurde von dem Angegriffenen wohlmöglich doch gelesen. Ein 13-Jähriger hat sich nach einer Facebook-Attacke das Leben genommen. Da hat der „Melde“-Button auch keine Auswirkungen mehr gehabt. Den Heranwachsenden muss beigebracht werden, wie sie mit solchen Online-Attacken umgehen. Es sollte ein Schulfach „Medienkompetenz“ eingeführt werden, in dem sich genau mit solchen Dingen beschäftigt wird. In Frankreich gibt es vereinzelt ähnliche Projekte, in denen Kinder an das Internet herangeführt werden. Dort twittern schon die 5-Jährigen. Unter Aufsicht natürlich.

Larissa Remfert
Studiengang: Kommunikationswissenschaft, 4.Fachsemester, Otto-Friedrich Universität Bamberg

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