Blogger Relations in der PR-Konzeption – Ein Wettbewerbsvorteil?

Blogger Relations – ein immer wichtiger werdender Teil der Public Relations. Nicht zuletzt im Zuge der sogenannten Social Media Revolution.
Das Wort setzt sich nicht nur aus „Blogger“, sondern auch aus „Relations“ zusammen, übersetzt aus dem Englischen als „Beziehungen“. Also Blogger-Beziehungen.

Jedes größere Unternehmen bezahlt Mitarbeiter in einer eigenen PR-Abteilung und/oder in einer PR-Agentur, damit sie die Beziehung zu Journalisten pflegen, da diese als die größten Meinungsmacher für Kunden angesehen werden. Ein paar Unternehmen gehen in ihrer PR-Konzeption aber einen Schritt weiter und betreiben sogenannte Blogger Relations. Sie schreiben Blogger verschiedener Themenressorts an und laden sie ein, ein Produkt zu testen oder an einem Event des Unternehmens teilzunehmen. Als Gegenleistung sollen die Blogger im Nachhinein darüber berichten und zum Beispiel einen Testbericht über das Produkt schreiben. Diese Unternehmen haben verstanden, wie wichtig es ist, Beziehungen nicht nur zu Journalisten zu führen, sondern auch zu Personen, die kundennäher agieren – den Bloggern.

In den letzten Jahren ist es Usus geworden, dass viele Menschen ein Produkt oder eine Dienstleistung erst googeln und  daraufhin, nachdem eine Vielzahl von Bewertungen gelesen worden sind, die Kaufentscheidung treffen. Und was ist bessere Werbung für das Produkt oder die Dienstleistung als ein positiver Beitrag von einem Blogger, der eventuell in der Netzwelt als Experte angesehen wird? Der Blogger schreibt authentisch und öffnet dem Kunden genau die Sichtweise auf das Produkt, die für den Kunden von Relevanz ist.

Wenn ein Unternehmen die Blogger Relations in das PR-Konzept mit aufnehmen möchte, sollte es aber einige Sachen beachten. Leider geschehen hier Fehler, die im Nachhinein schwer auszubügeln sind:
Unternehmen setzen Blogger oftmals gleich Journalisten, anstelle den Blogger als potentiellen Endkunden, mit Wünschen und Erwartungen zu sehen. Ein großer Fehler kann sein, den Bloggern eine Vielzahl an nichtssagenden und unpersönlichen Pressemitteilungen zu schicken,  was die Blogger oftmals als Affront ansehen – sind sie nicht Journalisten, sondern beschäftigen sich zumeist in ihrer Freizeit mit dem Blog. Durch Spam wird das Unternehmen wenig erreichen und selten eine Rückmeldung bekommen (Lesen Sie Näheres auch hier). Doch wenn die PR-Abteilung sich bei der Kontaktaufnahme Gedanken macht, den Blogger persönlich anspricht, eventuell eine kleine persönlich zugeschnittene Aufmerksamkeit zusendet, kann sich das Unternehmen oft einer positiven Kritik sicher sein. Noch besser sind Blogger-Kampagnen, die durch einen viralen Effekt eine noch größere Resonanz erreichen können. Die Firma Kotex hat  zum Beispiel sich diesen viralen Effekt zu Nutzen gemacht und zeigt, wie man mit wenig Aufwand große Resonanz erreichen kann:

Ein weiterer Fehler ist es auch, falsche Versprechungen zu machen. Werden Abmachungen nicht eingehalten und schreibt der Blogger über diese schlechten Erfahrungen in seinem Blog, wird dies schnell zur negativen Publicity. Und man darf nicht vergessen, dass auch andere Blogger diesen Beitrag lesen und teilen können und dadurch wiederum ein negativer viraler Effekt entstehen kann. Diese negativen Beiträge von enttäuschten Bloggern können im schlimmsten Fall Endkunden dazu bringen, das Produkt oder die Dienstleistung nicht zu kaufen.

Wie wichtig die Einbeziehung von Blogger Relations sein kann, sieht man auch an dieser Grafik:

3dimensions

Wie man sieht, ist Blogger Relations zwar aufwändig und kostet viel Zeit, dafür erschafft es aber auch den größten Effekt.

Fazit:

Blogger sind authentisch, niemandem verpflichtet und vor allem sind sie selten Journalisten, verdienen also in den wenigsten Fällen Geld mit ihrem Blog.
Die Einbeziehung der Blogger Relations stellt einen Ausbruch aus dem „normalen“ PR-Schema dar und kann somit dem Unternehmen einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten sichern. Doch darf man nicht vergessen, dass Blogger auch eine große Macht haben – man sollte sie also immer fair behandeln, ihnen niemals versuchen zu drohen und Versprechen immer einhalten.

Mareike Rath
Studiengang: Kommunikationswissenschaft und Slavistik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s