Social Media im Finanzdienstleistungsmarkt eine zeitgemäße Ergänzung

In der Studie „Wealth Management and Social Media“ hatte MyPrivateBanking.com die Stärken und Schwächen der Social-Media-Auftritte der 30 größten Banken und Vermögensverwalter weltweit untersucht.

Doch tun Finanzdienstleister überhaupt gut daran, sich mit dem Thema Social Media auseinanderzusetzen?

 

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Eine aktuelle Marktstudie mit dem Titel „Mode oder Trend? Social Media im Finanzdienstleistungsmarkt“ zeigt, dass sich Social-Media-Aktivitäten sowohl für die Bindung anspruchsvoller, kritischer und zugleich weniger preissensitiver Kunden als auch für die Hinführung jüngerer Kunden an die Marke lohnen. Um in Social Media aber zu punkten, sind Kundenorientierung und Empathie unverzichtbar. Die Zielgruppen mit dem höchsten Potenzial haben einen sehr hohen Anspruch an Information, Beratung und Service. Kommunikation auf Augenhöhe ist für sie auch im Social-Media-Bereich ein absolutes Muss.

 

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Insgesamt lässt sich festhalten, dass Finanzdienstleister gut daran tun, sich mit dem Thema Social Media auseinanderzusetzen. Dabei ist es ratsam, sensibel vorzugehen. Finanzdienstleister sollten ganz bewusst nicht das gesamte Spektrum möglicher Einsatzgebiete nutzen. Wichtig ist die Passung und die grundlegende Seriosität. Eine übertriebene Zurückhaltung wäre allerdings verfehlt. Die Befürchtung, dass Aktivitäten im Social-Media-Umfeld per se negative Folgen für die Wahrnehmung als seriöser Marktteilnehmer haben könnten, sind unbegründet. Social-Media-Aktivitäten sind auch im Finanzdienstleistungsbereich eine zeitgemäße Ergänzung der gängigen Kommunikationswege.

Thomas Mavridis
Inhaber der Agentur DIE PR-KANZLEI und Lehrbeauftragter für PR, Marketing und Kommunikation an den Hochschulen München, Bamberg und Ravensburg.

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Facebook für Unternehmen

Wenn etwas im privaten Bereich erfolgreich ist, so dauert es meistens nicht lange, bis die Wirtschaft dieses Angebot für sich entdeckt. So haben mittlerweile auch Unternehmen die Bedeutsamkeit von Facebook erkannt und drängen zunehmend in das soziale Netzwerk. Dort bieten sich bestimmte Möglichkeiten, die Zielgruppe zu erreichen. Durch ständige Updates in Form von Informationen, Bildern oder Videos werden die Gruppenmitglieder auf dem Laufenden gehalten und an das Produkt oder die Marke erinnert. Bei besonders interessanten Beiträgen besteht sogar die Chance, dass sie diese Beiträge mit ihren Freunden auf Facebook teilen. Viral besteht also eine weitere Möglichkeit eine hohe Reichweite mit den Botschaften zu erzielen.

Unternehmen müssen sich jedoch bewusst sein, dass es sich um keinen weiteren Werbekanal handelt. Facebook sollte vielmehr als digitale Entsprechung eines Marktplatzes gesehen werden. Die Nutzer sprechen über die Produkte, und die Unternehmen müssen bereit für diesen ungefilterten Dialog sein. Daher müssen viele Unternehmen umdenken, wenn es um ihre Social Media Ziele geht. Nicht der Profit des Unternehmens steht im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, den Kunden eine Community zu bieten, in der sie sich untereinander austauschen können und Informationen bekommen, die auf anderen Wegen nur schwer für diese zugänglich wären. Die Kunden müssen das Gefühl haben, ernst genommen zu werden. Unternehmen müssen den Nutzern die Gelegenheit bieten, sich zu Produkten, Aktionen oder relevanten Geschehnissen zu äußern.

Je mehr Möglichkeiten der Nutzer auf einer Seite hat, desto attraktiver ist die Seite. Die Nutzer können das Produkt z.B. über spezielle Anwendungen besser kennen lernen oder neu designen. Außerdem besteht das Angebot Fanfotos hochladen zu lassen. Das können Bilder sein, die nur das Produkt abbilden, oder die den Nutzer mit dem Produkt abbilden. Viele Unternehmen müssen erst noch lernen, die Kontrolle dieser Seiten nicht zu ernst zu nehmen und den Nutzern zu vertrauen. Auch wenn negative Kritik an die Pinnwand geschrieben wird, sollte ein Unternehmen nicht verschreckt reagieren und den Beitrag löschen. Durch eine schnelle und angemessene Antwort können Fehler des Unternehmens eingestanden und Verbesserungen angekündigt werden. Eine Facebook-Seite bietet Unternehmen also die Möglichkeit, den Kunden direkt zu erreichen und mit diesem in Dialog zu treten. Dennoch muss klar sein, dass diese Chance zwar kostenlos über Facebook nutzbar, jedoch sehr zeitaufwändig zu betreiben ist.

Eine weitere Möglichkeit für Unternehmen stellt das Schalten von Werbung auf der Internetplattform dar. Unternehmen können auf Facebook selbst Anzeigen erstellen und hochladen. Facebook bietet dafür vorgefertigte, kostenpflichtige Module. Diese reichen von Einladungen der Seite zu folgen über Event-Einladungen bis zu Umfragen. Da hier eine Aktion vom Empfänger gefordert wird, nennt man diese interaktive Anzeigenart Engagement-Ads. Eine weitere Werbeform sind klassische Textanzeigen. Um zielgerichtete Anzeigenschaltung zu garantieren, kann der Werbungtreibende die Zielgruppe auf bestimmte Merkmale wie Alter oder Standort festlegen. Abgerechnet wird dann entweder nach Klicks (Pay per Click) oder pro tausend Impressionen (CPM).  Das Schalten einer Werbung wird nur als zusätzliche Maßnahme angesehen.

Beispielhafte Umsetzung: TextilWirtschaft

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Die Facebookseite der TextilWirtschaft

Diese Seite wurde von mir ausgewählt, weil sie auf ein gutes Social Media Marketing hinweist. Die „TextilWirtschaft“ (TW) ist die einzige wöchentlich erscheinende Zeitschrift für die gesamte Textil- und Bekleidungsbranche, sie vereint Nachrichten-, Wirtschafts- und Modemagazin. Das Profilbild, das in der linken Ecke sichtbar ist, zeigt immer die aktuelle Ausgabe der Textilwirtschaft, was darauf hinweist, dass die Seite immer up-to-date ist. Scrollt man die Starseite der TW -Hauptseite runter, so fällt auf, dass mehrmals täglich Links zu verschiedenen Themen der Modebranche gepostet werden. Diese Links führen meist zur eigenen Homepage der TW. Über die Beiträge wird der Nutzer angeregt, die Artikel zu lesen. Oftmals wird auch auf die Stellenanzeigen von Herstellern wie adidas, Steiff oder Triumph oder auf aktuelle Modemessen und Trends, welche in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift enthalten sind, hingewiesen. Und sind die Leser durch die Links erst einmal auf die Homepage des Unternehmens gelangt, so werden sie feststellen, dass die TW auch Studien und vieles mehr, was sie interessieren könnte, anbietet. Durch die Links zur eigenen Homepage und interessante und vor allem aktuelle Beiträge auf der Facebookseite, kann die TW viele neue Leser gewinnen.

Ramona Dilger

Ramona Dilger studiert im dritten Semester an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg. Der Beitrag entstand aus ihrer Seminararbeit „Social Media Marketing – B2C“ in der Vorlesung „Marketing I“ von Thomas Mavridis.