Social Communities als Fundament eines Startup?

Aufbauend auf dem Thema “Social Communities als Köder für das Angeln nach Kunden im Netz?“ möchte ich mich nun damit beschäftigen, ob Facebook und Twitter einem Startup helfen können, eine eigene Community zu erreichen. Ich widme mich zwei Beispielen: www.shobbits.com und dem Selbstversuch mit www.punksandbanters.de. Beides sind Newcomer in den Social Communities und nutzen diese Kanäle, um ihre eigene Community und die damit verbundenen Kunden oder Nutzer zu erreichen. In der Zielgruppe der jungen Erwachsenen ist es nicht nur wichtig, neue kreative Ideen zu präsentieren, sondern auch über die richtigen Kanäle zu kommunizieren. Hierbei sind Facebook, Twitter oder auch MySpace nicht mehr weg zu diskutieren. Wie in meinem früheren Beitrag beschrieben, sind diese Communities ein wichtiger Köder, um auf die eigene Existenz aufmerksam zu machen. Man fischt in den Communities nach Usern für die eigene Webseite. Entweder als direkter Kunde wie bei shobbits.com,

Shobbits

wo man über Facebook und Twitter den Kontakt zu den Konsumenten herstellt und auch neue Produkte vermarktet oder auch Webseiten, die ihren Content nur zeigen möchten, um mehr Aufmerksamkeit und Gehör zu erhalten wie Punks’n’Banters, die auf ihrer Seite hauptsächlich free Content anbieten, um so Leute zu akquirieren und diese mit in die Gründung einzubinden.

Pnb

Ist das aber das Fundament einer ordentlichen Kommunikationsstrategie im Sinne einer guten PR für ein Start up?

Ich behaupte ja und bin mir sicher, es stimmen mir einige Leute zu. Warum sollten Startups es nicht den großen Unternehmen gleich tun und versuchen, mit einer Öffentlichkeit Kontakt aufzunehmen, um selbst wahrgenommen zu werden? Sicher können Startups nicht immer mit viel Geld und super Design aufwarten, aber heute ist es wichtig, mit Content zu überzeugen und da versagen selbst einige große Unternehmen. Hat man aber guten Content, ein gutes Konzept und ein bisschen Zeit, um sich mit den Plattformen zu beschäftigen, so ist es möglich, mit Communities und weiteren PR-Maßnahmen eine große Öffentlichkeit zu erreichen. Die Community- Mitglieder helfen nicht nur bei der Unternehmensgründung und können Startups mit ihren Tipps und Kommentaren motivierend und helfend zur Seite stehen, sondern bilden in der Gründungsphase auch das Fundament. Natürlich sind Freunde und Marketingmaßnahmen ebenso wichtig wie der Faktor Zeit. Wenn man aber Inhalte hat, die interessieren, die gut gemacht sind und einen Markt aufdecken, hat man definitiv Chancen durch Communities eine stabile Masse zu schaffen, die an der Dienstleistung oder dem Produkt interessiert sind und es stützen.

Es lassen sich beim Community Building verschiedene Vorgehensweisen aufzeigen. Shobbits.com versucht, das Online-Kauferlebnis zu gestalten und mit Hilfe von Kommunikationsmöglichkeiten das Online-Shoppen zu revolutionieren. Das Startup verbindet die Community mit dem Onlineshop so, dass man sich gegenseitig Produkte empfehlen oder sich darüber austauschen kann, sieht was andere (Freunde) angeschaut oder gekauft haben, ganz so, wie man eben mit Freunden zum Shoppen geht. Dies ist eine gute Möglichkeit die Communities zu nutzen und in dieses Event des Einkaufs zu integrieren. Auch bei Punks’n’Banters versucht man die Communities einzubinden. Hier helfen neben vordefinierten Codes für die eigene Webseite natürlich generell die Plattformen der Communities, um Leute zu informieren, an den Conent zu binden und hier auch in eine echte Kommunikation zu treten. Hier sind zwar hauptsächlich die Inhalte wichtig, aber aus den Daten und Meinungen der Fans kann man auch viele Einschätzungen erhalten und so auch die richtigen Entscheidungen treffen, wie man weiter macht oder welche neuen Aktionen man planen könnte.

Auch lassen sich über die Communities schneller Gönner und Sponsoren finden, die sonst nie auf diese Dinge aufmerksam geworden wären. So kann man als Startup z.B. auch auf fleißige Blogger hoffen, die Ausschau halten und dann aufmerksam werden, wie z.B. bei Punks’n’Banters die Interfilm Berlin , die einen Beitrag gepostet haben oder Visualblog, die mit ihren Einträgen auch das öffentliche Interesse vergrößert und somit natürlich auch die Stabilität der Unternehmung gefestigt haben.

Wichtig ist auch der richtige Einsatz von Tweets oder Posts zur richtigen Zeit an die richtigen Leute. Erreicht man die Multiplikatoren nicht und stellt Tweets oder Infos zu einem Zeitpunkt online, zu dem sie keiner ließt, hat man keine Chance. Man muss lernen die „publikumsreiche“ Zeit zu finden, die ich wochentags gegen Mittag sehe. Am Wochenende, freitags und samstags zwischen Nachmittag und Abend sollte man Communities meiden. Daher sollte man die wichtigen Infos für sich behalten und die Neugier der Leute am Wochenanfang stillen. Wichtig dabei ist aber auch, dass man bei free Content, Communities und eigener Webseite auch Wege findet, um sich zu refinanzieren. Hier helfen Communities nur bedingt, da man hier keine Verdienstmöglichkeiten einbinden kann. Doch schafft man es, die Leute von der Community auf seine Webseite zu locken, dann kann man entweder durch den Verkauf von Produkten und Werbeflächen den eingeschlagenen Weg weiter beschreiten.

Dieser Weg beinhaltet eine lange Strecke an Mühe, Kommunikation, Zeit und natürlich Glück, Interesse zu wecken. Man sollte nicht nur auf die Communities vertrauen, sondern auch in der realen Welt Umfragen nicht außer acht lassen. Fans und hohe Clickraten bedeuten nicht immer, dass das Produkt überzeugt und das Konzept gut ist. Das lässt sich erst durch die Verkaufszahlen oder Werbeeinnahmen überprüfen. Daher bin ich der Meinung, dass Communities als Fundament dienen können und der PR- oder Social-Media-Strategie dienlich sind. Auch wenn das Fundament gut ist, kann das Haus darauf aber schlecht gebaut sein, daher sollte man bei der ganzen Community-Arbeit sein eigenes Produkt/ Dienstleistung nicht aus den Augen verlieren.

Tobias Geßner

Master-Student Medienmanagement
an der MD.H MEDIADESIGN HOCHSCHULE für Design und Informatik in München

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2 Gedanken zu “Social Communities als Fundament eines Startup?

  1. Ja finde es elementar und man sollte sich mal Statistiken zu sowas genau anschauen. Es heißt auch nicht immer das zu den Zeiten, wo die meisten online sind, dass sie dann auch viel lesen. Meist gibt es dann soviele Postings, dass einiges an einem vorbei geht, in der Zeit sie was anderes lesen. Schwieriges Thema! Aber direkte Ansprache ist leider ja nicht möglich bzw. per Facebook AGB nicht erlaubt!

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