Social Communities als Köder für das Angeln nach Kunden im Netz?

Wie wichtig sind Social Communities für eigene Produktwebseiten von Unternehmen?

Nachdem ich den Beitrag von Beate Mangold mit dem Titel „Die Nadel im Heuhaufen – wie Kunden in Zukunft auf Produktsuche gehen“ gelesen hatte, wollte ich Ihr direkt zustimmen. Das Alleinstellungsmerkmal von Webseiten wird immer wichtiger und die Durchdringung im World Wide Web immer schwieriger. Aber wie sollte dann gute Kommunikation für ein Produkt funktionieren? Natürlich gibt es hier Twitter, MySapce, Facebook und andere Social Communities, die als Sprungbrett des Erfolgs gelten, aber hilft das immer?

Sicher ist, dass man hier mit einer großen Anzahl von Leuten ins Gespräch kommen und auch auf Augenhöhe über Themen diskutieren kann und so sein Produkt bewirbt. Auch die „Gefällt mir“– Buttons helfen dann neben Diskussionen und Werbung, das Produkt noch weiter zu bewerben. Man bekommt eine Masse an Followers oder Gruppenmitglieder, die das Produkt anspricht und damit auch ein Sprachrohr zu anderen Menschen. Die Mund-zu-Mund-Propaganda im Internet ist das Public-Relations-Tool schlechthin und erreicht mehr Leute als jede Firma, die eine eigene Produktwebseite hat. Oder kennt jemand die Webseite von Vittel, Chiquita oder dem letzten Kinofilm?

Die Wenigsten werden sich speziell mit den Produktwebseiten auseinandersetzen und bestimmt auch nicht versuchen, mit dem Produzenten in Kommunikation zu treten, die zum Beispiel die Social Communities bieten. Daher stelle ich mir die Frage, ob es für Unternehmen überhaupt noch lohnend ist, eine aufwendige und teure Webseite für ihr Produkt herzustellen um hier Informationen darzustellen und an den Konsumenten zu tragen?

Nein, dies ist meiner Meinung nach unnötig, und dies scheinen auch immer mehr Firmen zu denken. Becks Gold macht es mit seiner neusten Kampagne gerade vor und zeigt auf Plakaten wie diesen: Beck's Gold-Plakate "The beer for a fresh generation"

Sie verlinken nicht auf www.Becks.de, sondern auf www.facebook.com/BecksGold. Auf Facebook werden viel mehr Leute erreicht, und die Informationen kann man auch hier an den Kunden bringen. Also setzt hier in der Kommunikation ein Umdenken ein, dass vielleicht bald den Aufwand und die Kosten einer eigenständigen Produktwebseite ersetzt.

Auch für Kinofilme oder Musik, wird häufiger auf MySpace geworben als auf der firmeneigenen Webseite. Die aktuellen Kinospots haben zur Zeit immer die Variante gewählt, lieber mit einer Webseite von MySpace am Ende zu werben, als auf ihre eigene Filmwebseite. So kann es passieren, dass der Film „Prince of Persia“ in der Werbung mit der Webseite http://www.myspace.com/princeofpersia endet. Also setzt auch hier ein Umdenken ein, dass sich inzwischen bei einigen Firmen durchgesetzt hat.

Aber so gut wie die Seiten der Social Communities sind, so behalten die Unternehmen zur Zeit noch an ihren Produktwebseiten fest. Egal wie gut diese im Design sind und wie viel Informationen die Seiten von Facebook, Myspace oder auch Twitter geben, sie werden die eigentlichen Unternehmenswebseiten nicht ersetzen. Als ein hilfreiches PR-Werkzeug funktionieren diese Seiten hervorragend und nicht selten gehen die Interessierten dann auch auf die Firmenwebseite, um an Gewinnspielen oder anderen Angeboten teilzunehmen.

Daher sind eigenständige Webseiten noch bedingt lohnend für die Unternehmen, da sie hier unbegrenzt agieren können und nicht an Vorschriften von anderen Anbietern gebunden sind. Sicher wird sich das noch weiter verändern und vielleicht gibt es in Zukunft nur noch eine Gruppenseite bei Facebook oder eine Fanpage bei MySpace um ein Produkt zu bewerben. Mit Sicherheit ist aber zu sagen, dass die Seiten in den Social Communities wichtig und sicher nicht mehr weg zu denken sind und Firmen damit ihren Köder auslegen, um im großen Becken des Internets ab und an doch einmal ein Netz mit Kunden auf Ihre Webseite zu ziehen.

Tobias Geßner

Master-Student Medienmanagement
an der MD.H MEDIADESIGN HOCHSCHULE für Design und Informatik in München

Bild: Beck’s Gold-Plakate „The beer for a fresh generation“, 18.06.2010

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