Die Nadel im Heuhaufen – wie Kunden in Zukunft auf Produktsuche gehen

156 Millionen – das ist in etwa die weltweite Anzahl an Websites. Und, da sich das Internet nicht durch Ländergrenzen beschränken lässt, ist dies auch in etwa die Anzahl der Websites, die jeder von uns jeden Tag abrufen könnte. Bereits jetzt stellt sich die Frage, wie eine einzelne Website, Aufmerksamkeit von Besuchern bekommt. Wie viele Seiten gibt es im Netz, die tatsächlich nur für den Selbstzweck existieren und ansonsten im großen Meer aus Informationen untergehen?

Diese Frage wird sich in Zukunft noch stärker stellen, denn die Anzahl stagniert nicht, sondern erhält stetigen Zuwachs. Unternehmen müssen sich in Zukunft deshalb die Frage stellen, wie sie in einer Gesellschaft, die sich immer mehr und immer gezielter über das Internet informiert, ihren potentiellen Kunden auffallen können. Schon heute beweisen Studien, dass klassische Werbung immer mehr an Bedeutung verliert – und dazu gehören, wenn man von der Art der Rezeption beim Kunden ausgeht, zum Beispiel auch Werbebanner auf Webseiten.

Das Stichwort heißt bereits jetzt: Öffentlichkeitsarbeit. Dabei geht es nicht mehr unbedingt um öffentlichkeitswirksame Events und Veranstaltungen, sondern vor allem um die direkte Kommunikation mit dem Kunden. Schon heute bilden soziale Netzwerke und Plattformen zur Meinungsäußerung einen wichtigen Teil der Internetnutzung, vor allem bei den 14 – 19-Jährigen. Direkte Kommunikation über das Internet wird immer wichtiger – auch für Unternehmen,  um zukünftige Kunden zu werben. Kunden werden immer direkteren Einfluss auf ihre bevorzugten Marken nehmen, durch aktive Meinungsäußerung. In früheren Zeiten konnten diese Äußerungen nicht wirklich zu den Unternehmen vordringen, doch sobald sich Unternehmen in sozialen Netzwerken engagieren, müssen sie sich darauf einstellen, mit ihren Kunden zu kommunizieren.

Nur Unternehmen, die fähig sind auch über das Netz mit Kunden in Verbindung zu treten, werden dabei auch Erfolg haben. Manche Unternehmen zeigen schon jetzt, wie das funktionieren kann: Kundendienst über Twitter, neue Produktinformationen bei Facebook und ein eigener Blog um die Kunden weitergehend zu informieren. Wichtig ist dabei auch die Art der Kommunikation. Unternehmen müssen in Zukunft auf Augenhöhe mit ihren Kunden kommunizieren und auf deren Anregungen reagieren – zumindest solange die Kommunikation im Internet abläuft. Denn daraus wird ein entscheidender Teil der Reputation eines Unternehmens entstehen – aus der Kommunikation mit den Kunden.

Überhaupt wird die Reputation eines Unternehmens immer umfassender bewertet werden. Wer weiß wie, kann im Internet beinahe jede Information finden. Und zukünftige Generationen werden immer besser wissen, wie sie die Informationsflut bewältigen können. Wo es früher beispielsweise gereicht hat, einfach qualitativ gute Kleidung herzustellen, wird es in Zukunft auch entscheidend sein, wie sie hergestellt wurde, unter welchen Bedingungen, wo die Materialien produziert wurden und vieles mehr. Jeder Kunde kann, entsprechend seinen eigenen Bedürfnissen und Anforderungen an eine Marke, die für ihn wichtigen Informationen im Internet finden. Wem es wichtig ist, dass sein neues Kleid von einem bekannten Designer entworfen wurde wird dafür genauso den passenden Hersteller im Internet finden, wie derjenige, der ein Kleid aus schadstofffreier Baumwolle haben will.

Kunden werden das Internet immer gezielter zur Produktrecherche verwenden, um exakt den Hersteller zu finden, der ihren Vorstellungen entspricht. Einige Marken und Unternehmen werden dadurch vielleicht Kunden verlieren, andere werden vielleicht neue Kunden finden, die sie ohne das Internet nicht erreicht hätten. Für Unternehmen bedeutet dies jedoch, dass sie sich noch stärker ihrer Zielgruppen bewusst werden müssen und diese auch noch gezielter ansprechen müssen.

Beate Mangold

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Ein Gedanke zu “Die Nadel im Heuhaufen – wie Kunden in Zukunft auf Produktsuche gehen

  1. Ich sehe es auch so, dass Werbung an Relevanz für Kaufentscheidungen verlieren wird. Der Kunde im Zeitalter der Informationen möchte mehr als bunte Bilder, die einem etwas schmackhaft machen sollen. Er möchte wahre Informationen über das Produkt, je nach Interesse über Herkunft, Produktion, Schadstoffarmut oder andere Aspekte. Ich denke, ein sehr großer Vorteil eines Engagements in social media ist das direkte Feedback der Kunden. Wenn ein Unternehmen es wünscht, kann es so eine kostengünstige Marktanalyse erhalten und auf die Wünsche der Kunden eingehen. So entstehen dann loyale Kunden, die womöglich sogar zu Markenbotschaftern werden, wenn sie vom Unternehmen überzeugt sind!Unternehmen müssen umdenken, weg von simpler Werbung hin zu einer strategischen Kommunikation direkt mit den Kunden, wenn möglich sowohl online, als auch offline.

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