Die Zukunft gehört der 360°-PR

Der Trend zur Two-Way-Communication zwischen Organisationen und ihren Zielgruppen wird von Tag zu Tag stärker. Das beweisen die zahlreichen Diskussionen in sozialen Netzwerken, auf Blogs und in themenspezifischen Foren. Die Zielgruppe will sich äußern können, will kritisch hinterfragen, Lob und Schelte verteilen. Für eine Organisation bedeutet das, dass sie sich auf den Dialog auf Augenhöhe mit den Usern einlassen muss. Nicht nur Online, auch offline. Sie muss sich öffnen für die Ansichten ihrer Dialoggruppen und auf deren Wünsche und Anregungen eingehen. Dass das nicht immer ohne Komplikationen abläuft, ist klar. Daher braucht es Kommunikationsprofis: PR-Fachleute, die wissen, was sie tun und vor allem in Krisensituationen intervenieren können. Dem Schüler-Praktikanten beispielsweise die Social Media Relations zu überlassen oder die Facebook-Fanseite „nebenbei“ zu verwalten und nur ab und an mal nachzusehen, was da so passiert, wäre ein fataler Fehler, aus dem schon zahlreiche Organisationen lernen mussten. Aber auch für die Pflege der  eigenen, persönlichen Profile im Netz braucht es mehr als nur die Zugangsinformationen, nämlich fundiertes Know-how und Verständnis für die Eigenheiten des Web 2.0. Lieschen Müller kann sich um ihre Online-Reputation bestimmt noch selbst kümmern, aber Politiker, Prominente oder wichtige Unternehmer sollten die Macht des World Wide Webs nicht unterschätzen und sich Unterstützung von professionellen PR-Beratern holen, um von der Internetgemeinde ernst genommen zu werden und die Chancen ausnutzen zu können, die das Web 2.0 bietet.

Meiner Ansicht nach liegt die Zukunft in den Händen von PR-Fachleuten und Kommunikationsprofis, deren Aufgabe vor allem darin bestehen wird, den Dialog und die Interaktionen mit der Zielgruppe einer Organisation – oder auch Person – zu managen, zu analysieren und zu bewerten. So werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen tritt die Institution in Kontakt mit ihren Adressaten, kann auf Fragen eingehen, Sachverhalte klarstellen und sich erklären. Das landet dann direkt dort, wo es hin soll, nämlich bei der Zielgruppe und den Multiplikatoren, die ihr Wissen an ihre Umwelt weitergeben. Zum anderen gewinnt man durch die systematische Analyse der Daten aus dem Internet, dem sogenannten Web-Monitoring, wertvolle Informationen, beispielsweise über das Image der Organisation oder die Eigenschaften der Bezugsgruppen. Aus diesem Wissen wiederum das Beste zu machen, gegebenenfalls das Image zu verbessern, ist auch Aufgabe der Public Relations.

Ohne das Know-how von Kommunikationsprofis kann und wird die Welt 2.0, zu der wir uns hin entwickeln, meines Erachtens nicht funktionieren. PR-Fachleute mit einer fundierten Ausbildung, die die verschiedenen Kanäle kennen und die Eigenarten der Zielgruppe verstehen, die die Methoden des Web-Monitorings beherrschen und die gewonnenen Daten interpretieren und bewerten können, die Strategien für die Imagepflege entwickeln können und die Kommunikation mit den Multiplikatoren managen, braucht das Land. Wichtig ist hierbei jedoch, dass diese PR-Profis auch künftig die klassischen Instrumente der Public Relations kennen und anwenden können, denn es wäre fatal, sich lediglich auf das Internet und Social Media-Plattformen zu verlassen. Das Zauberwort heißt demnach 360°-PR.

Julia Frank

Pr_marketing

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Die Aufgabenfelder und Methoden der Public Relations werden sich zwar verändern, aber die essentielle Eigenschaft der PR bleibt sicher bestehen.

 

 

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Ein Gedanke zu “Die Zukunft gehört der 360°-PR

  1. Sehr schöner Beitrag dem ich nur zustimmen kann. Das Problem, dass ich leider häufig sehe, ist das der "Kommunikationsmanager 2.0" noch gesucht wird. Einige sind schon in der Branche unterwegs und machen ihre Arbeit gut, doch viele Kommunikationsmanager sind selber noch, so zumindest mein Empfinden, oft von Social Media überfordert, zumindest aber sehr zurückhaltend. Viele argumentieren mit der "Web 2.0 Blase" die ja eh bald platzen würde, aber meiner Meinung nach sollte man auch eine Blase kennen, denn wann sie denn platzt ist nicht klar (auch OB sie platzen wird)…Interessant wird, was ist denn die Aufgabe des Kommunikationsmanagers 3.0? Und was passiert, wenn das Web 3.0 kommt bevor wir Kommunikationsmanager das Web 2.0 verstanden, zumindest aber bedienen können?

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