Social Media Newsroom – revolutionäre Idee oder völliger Quatsch?!

Heute kam das iPad in Deutschland auf den Markt. Der angebliche Retter des klassischen Journalismus. Der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Zeitungshaus Axel Springer („Bild“, „Die Welt“), Mathias Döpfner, ging kürzlich vor Apple-Gründer Steve Jobs sogar verbal auf die Knie: „Jeder Verleger sollte täglich Gott danken, dass Steve Jobs mit dem iPad die Verlagsindustrie rettet.“ Man kann nur spekulieren, ob das iPad unsere Welt tatsächlich so sehr verändern wird, wie mancher glaubt. Aber eines ist klar: Der Journalismus befindet sich derzeit genauso in einem Wandel wie die PR. Plötzlich kann nämlicher jeder, wirklich jeder Journalist spielen und seinen Blog im Netz eröffnen und die ganze Welt an seinen Ergüssen teilhaben lassen. Für genau diejenigen gibt es seit geraumer Zeit Social Media Newsrooms, wie beispielsweise den der CONTENTmanufaktur.

Aber was ist eigentlich ein Social Media Newsroom?
In einem Social Media Newsroom stellen Firmen allen Journalisten, Bloggern und solchen, die gerne welche wären, News zur Verfügung. Klingt komisch, ist aber so. Die Journalisten, Blogger und solche, die gerne welche wären, gehen also auf eine Website, auf der sie allerhand Material über die Organisation finden. Links zu YouTube-Videos beispielsweise oder zu Flickr. Und nicht zu vergessen die ominöse Pressemitteilung 2.0, also eine Pressemitteilung 1.0, die für das Internet aufbereitet wurde. Sie ist beispielsweise kürzer und optisch so gestaltet, dass sie auf dem Monitor gut lesbar ist. Sie soll als Multiplikator im Web dienen und Usern eine Plattform für Diskussionen bieten. Und noch eine Reihe mehr Dinge. Oder wie es Jürgen Vollmer auszudrücken pflegt: eine eierlegende Wollmilchsau.

Smn

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Selbstverständlich verändert das Aufkommen von Social Media Newsrooms auch die Arbeit von PR-Leuten und Presseabteilungen. Diese müssen Interessierten künftig YouTube- und Flickr-Links zur Verfügung stellen und zwei Pressemitteilungen verfassen: 1.0 wie bisher und 2.0 für die Internetgemeinde. Zudem müssen sie ihren Social Media Newsroom konsequent im Auge behalten, da dort Diskussionen in die falsche Richtung laufen könnten oder jemand Fragen an das Unternehmen richten könnte.

Die Frage, die sich mir nun stellt, ist: Wozu das Ganze? Früher hatten Organisationen auf ihrer Website einen Pressebereich, in dem man sich Pressemeldungen und Bilder herunterladen konnte. Viele Organisationen haben den auch heute noch. Diese gelten aber schon als sehr rückschrittlich, falls sie noch keinen separaten Social Media Newsroom eingerichtet haben. Aber wo ist eigentlich der große Unterschied zwischen einem herkömmlichen Pressebereich und einem Social Media Newsroom? Ich persönlich sehe keinen. Ok, in einem Social Media Newsroom finde ich Links zu YouTube. Aber kann ich mir das Video, das mich interessiert, nicht genauso gut selbst auf YouTube suchen? Ok, in einem Social Media Newsroom werden die User zu einem Dialog auf Augenhöhe mit der Organisation eingeladen. Aber kann ich den denn nicht auch auf Facebook oder einem ähnlichen sozialen Netzwerk führen?

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass ich persönlich den Sinn hinter dem aufregend klingenden Wort „Social Media Newsroom“ noch nicht entdeckt habe. Ich wünsche aber trotzdem allen, die sich gerne dort rumtreiben, viel Spaß mit den Pressemitteilungen 2.0. Ich werde mir ganz „oldschool“ Pressemitteilungen wie bisher ausdrucken.

Julia Frank

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Ein Gedanke zu “Social Media Newsroom – revolutionäre Idee oder völliger Quatsch?!

  1. Ein Social Media Newsroom sollte immer die klassische Pressemitteilung, Downloads etc. für Journalisten anbieten. Das ist "Old School", das ist gut, das soll so bleiben. Andererseits gibt es durch Social Media eine ganze Reihe neuer Multiplikatoren im Netz. Dazu zählen u.a. Blogger. Diesen Multiplikatoren kann man es durch eine Bündelung der Social-Media-Aktivitäten auf einer Seite sehr viel leichter machen, spannendes über das Unternehmen zu berichten. Hinzu kommt, dass es auch unternehmensinterne Zielgruppen gibt für die eine Übersicht interessant ist (Stichwort: Mitarbeiterzeitschrift). Wenn man zusätzlich die Chance ergreift und sich im Social Media Newsroom um Suchmaschinenoptimierung kümmert und überdies die neuen Möglichkeiten des Webs als intelligentes Medienarchiv nutzt, ist das sehr hilfreich. Grüße, Christian Jansen von http://www.newsroomwizard.com

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