Wissen ist Macht – haben sie sich heute schon gegoogelt?

Ein normaler Start in den Tag beginnt für viele Menschen heutzutage mit dem Anschalten ihres PCs oder Laptops und während der ersten Tasse Kaffee werden die ersten e-mails beantwortet. Für Viele gehört ein Internetanschluss inzwischen genauso zum Leben dazu, wie ein Wasseranschluss – und genauso fehlt auch etwas, wenn dieser Anschluss mal nicht funktionieren sollte. Doch die Wenigsten machen sich intensiv Gedanken darüber, welche Spuren sie auf ihrem täglichen Weg durch das www hinterlassen.

Mit Ibrahim Evsan hat sich nun jemand daran gemacht, unser Verhältnis zum Internet zu verändern, der selbst ein Teil der Generation ist, die ohne das Netz nicht mehr auskommt. Seit seinem 16. Lebensjahr lässt den Gründer von sevenload die Faszination für Computer und für das Internet nicht mehr los. Und da ein Twitter-Account und ein eigener Blog einiger Pflege bedürfen, ist Ibrahim Evsan nicht mehr nur am PC mit dem Internet verbunden, sondern nutzt die Informationsflut über sein Mobiltelefon den ganzen Tag über. Doch, anders als die meisten Internetnutzer, tut er dies nicht unkontrolliert und ohne über die Folgen nachzudenken. Damit sich diese Verhaltensweise auch auf andere überträgt, hat er das Buch „Der Fixierungscode – Was wir über das Internet wissen müssen, wenn wir überleben wollen“ verfasst.

Zunächst mag das Buch erscheinen, wie ein Ratgeber für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet, doch bei näherer Betrachtung steckt mehr in diesem Werk. Aus sehr persönlicher Sicht schildert Evsan die Gefahren, die das Internet birgt, genauso wie die Chancen. Die Grundidee Evsans ist dabei, dass vor allem die Menge des Wissens entscheidend ist. Das Internet kann von jedem Einzelnen nur dann verantwortungsvoll genutzt werden, wenn er genug über die Funktionsweisen des Internets weiß. Genauso steckt die größte Gefahr des Internets darin, dass ein Einzelner oder ein einzelnes Unternehmen zu viel über die verschiedenen Nutzer weiß. Wie leicht es mit zu vielen Informationen für ein Unternehmen sein kann, ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen, lässt sich erahnen, wenn man einfach mal seine eigene Suchhistorie bei Google betrachtet.

Gerade junge Menschen, die mit dem Internet aufwachsen, werden in „Der Fixierungscode“ immer wieder angesprochen. Denn meist nutzen sie das Internet ohne wirklich zu wissen, welche Informationen sie hinterlassen und welchen Gefahren sie sich aussetzen. Deshalb ist es umso wichtiger, frühzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet zu erlernen. Ansonsten kann man sich schnell in den Untiefen dieses Netzwerks verlieren. Allein die e-mail eines ehemaligen WoW-Süchtigen, die Evsan in seinem Buch abdruckt, verdeutlicht besser als jede wissenschaftliche Abhandlung, welches Suchtpotential sich hinter manchen Onlineangeboten verbirgt.

Doch Ibrahim Evsans Botschaft richtet sich nicht nur an heranwachsende Internetnutzer. Wir müssen auch im Internet anfangen, unsere Selbstbestimmtheit durchzusetzen. Dazu gehört, dass wir anfangen zu entscheiden, welche Informationen wir zurück lassen, dass wir uns damit auseinandersetzen, welchen Supermächten wir uns im Internet unterwerfen und dass wir lernen, die Informationsflut aus dem Netz richtig zu filtern.

„Der Fixierungscode“ bietet für diese Probleme keine allgemeingültige Lösung, denn eigentlich muss jeder seinen eigenen Weg suchen. Das Buch gibt einem jedoch das Handwerkszeug, um seine persönliche Lösung zu finden. Menschen, die sich viel mit dem Internet auseinandersetzen werden wahrscheinlich nicht viele neue Informationen finden, doch für jeden, der das Gefühl hat, nicht genug zu wissen, ist das Buch eine sehr verständlich geschriebene Einführung. Und wem das nicht genug ist, der kann mit Ibrahim Evsan und Anderen auf dem zum Buch gehörigen Blog und Twitter-Account weiter diskutieren.

Beate Mangold

Lesen sie dazu auch „PR-Berater müssen Social-Media-Experten sein“ – Ibo Evsan im Gespräch mit Thomas Mavridis

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