Das Facebook-Profil als Referenz?

“Zum Schluss grüße ich meinen zukünftigen Personalchef.“

Dieser Gruppenname bei StudiVZ verkörpert die wohl größte Angst des Otto-Normal-Social-Networkers. Es gleicht einem Alptraum, ungewollte Spuren im Netz zu hinterlassen, die einem im schlechten Licht darstellen.
Es geht aber auch anders. Warum sollte man sich die Transparenz der Social Media für den eigenen Ruf nicht nutzbar machen?

Denn eines ist sicher: Personaler recherchieren über Bewerber. Warum? Aus der Perspektive der Arbeitgeber sind die Suchkosten nach dem richtigen Kandidaten hoch, es kostet Zeit und Geld. Noch kostspieliger ist es allerdings, im Nachhinein einen unpassenden Kandidaten wieder los zu werden. Der Personaler geht wegen imperfekten Informationen über die möglichen Kandidaten ein Risiko ein, wenn er sich für jemanden  entscheidet. Gezielte Online-Recherche oder Anrufe beim Ex-Chef senken die Unsicherheit, da das Profil des Bewerbers detaillierter wird.
Insofern ist keine Online-Identität natürlich besser als eine schlechte. Aber eine positive Web-Präsenz, ist aussagekräftig und zeigt Charakter. Eine eigene, gepflegte Homepage, ein Profil bei Xing, Web-Blogs oder Beiträge in Experten-Foren hinterlassen Eindruck und obendrein können Sie berufliche Kontakte knüpfen und pflegen. Ein guter, übersichtlicher Beitrag zur Image-Pflege im Web findet sich in der PC-Welt.

Für einige Berufsgruppen ist es sogar nachteilig, wenn sie keine Online-Identität besitzen . Für PR-Berater und Personen, die im Marketing, in IT-Berufen oder in den Medien tätig sind, ist eine Internet-Präsenz unverzichtbar. Eine schon etwas ältere, aber sehr gelungene Aktion in Sachen Eigen-PR ist der Video-Clip über virales Marketing.

 

Aber auch andere Arbeitnehmer profitieren von strategischer Selbstpräsentation.
Also: Pflegen Sie Ihr (Online-)Image. Denn im Gegensatz zum Ex-Chef, entscheiden Sie selbst, was Ihre Online-Präsenz über Sie erzählt.

Wodurch zeichnet sich aber eine gute Online-Präsenz aus? Hier gibt es unterschiedliche Perspektiven. Eine Person mit Accounts in mehreren sozialen Netzwerken und  Blogs lässt vermuten, dass der- oder diejenige nichts anderes tut, außer sich mit seiner Online-Identität zu beschäftigen, deswegen ein Geek ist und in der Realität keine Menschen kontaktieren und mit ihnen kommunizieren kann. Wie viel Social Networking also angemessen ist, ist abhängig von der Branche und welchen Nutzen ich mir selbst davon verspreche.
Es kann aber auch genau das Gegenteil behauptet werden, denn sind Online-Profile wirklich aufschlussreich? Wir interpretieren subjektiv die gleichen Aussagen und Handlungen, je nachdem wie wir das haben wollen. Stimmt es nicht, dass, wenn uns jemand sympathisch ist und allen  „Anforderungen“ entspricht, wir fast jede Handlung rechtfertigen können?

Distanzieren wir uns aber von Individuen. Wie wichtig ist das Online Image eines Unternehmens, unabhängig von der Branche? Kann man die Meinung von Kunden durch eine gute Internetpräsenz beeinflussen und ist diese Beeinflussung relevant? Durch die Internationalisierung ist es immer wichtiger geworden, dass man im World Wide Web gefunden werden kann. Dadurch, dass viele Kontakte immer unpersönlicher werden, soll das durch eine möglichst umfangreiche Präsentation im Netz  kompensiert werden. Die Profite, die ein Unternehmen oder eine berühmte Persönlichkeit mithilfe von Blogs, Internetseiten und sozialen Netzwerke bekommen könnte, sind zahlreich. Einerseits ist Internet als Informationsquelle die beste Art Gerüchten entgegenzuwirken, andererseits ist es die perfekte Plattform um Neuigkeiten anzukündigen und dadurch sowohl Aufmerksamkeit zu bekommen, als auch sicher zu gehen, dass möglichst viele Menschen die Information bekommen werden. Die Anzahl der Fans oder Kontakte, die ein Unternehmen z.B. bei Facebook hat, sind ebenfalls relevant. So konkurrieren Coca-Cola und Pepsi um die Anzahl der Fans, welche als Indikator für den Erfolg einer Marke und ihrer Beliebtheit dient.
Sollte ein Unternehmen  im Internet nicht präsent sein oder eine „schlechte“ Internetseite haben, so gilt es als rückständig und nicht zeitgemäß. Nur wenn die neuste Werbung von Nike  online ist, kann man diese auch weiterleiten, somit kann das Unternehmen auch die Zielgruppe besser erreichen. Einen Umfang  von ca 7 000 000  Clicks in einer Woche hätte man beim besten Willen  kaum nur durchs Fernsehen erreicht.
Man hätte auch nie über die 140 einflussreichsten Twitterer gesprochen, wenn das Online Image von keiner Bedeutung wäre…
Das Internet bietet also sowohl für Unternehmen und Privatleute viele Möglichkeiten PR zu betreiben. Wenn sie genutzt werden sollen, dann aber nicht mit halben Engagement, sondern bewusst und mit Bedacht.

S.

Regina Neumann

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