Erst denken, dann posten – Verfehlungen im World Wide Web

Drunk

Das Internet und insbesondere soziale Netzwerke bieten für die vielzitierte Generation C große Vorteile und Chancen – das steht fest. Leider denken jedoch nur die wenigsten User des Web 2.0 über die Risiken nach, die das „Fenster zur Welt“ oftmals birgt. Was einmal im Netz war, ist schwer zu entfernen, wenn nicht sogar unmöglich. Daher sollte sich so mancher mehr Gedanken darüber machen, was er auf Facebook und Co. veröffentlichen kann und ob es ihm vielleicht irgendwann einmal zum Verhängnis werden könnte. Das gilt insbesondere für diejenigen unter uns, die auf der Suche nach einem neuen Job sind. 

 

Über das Netz einen neuen Arbeitgeber zu suchen, ist derzeit genauso populär wie die klassische Suche in Stellenangeboten in Zeitungen und Fach-Zeitschriften oder beim Arbeitsamt. Schließlich ist es einfach und vor allem sehr bequem, sich vom Schreibtisch aus in alle Welt zu bewerben. Mindestens genauso einfach ist es allerdings für Personalverantwortliche, Informationen über potentielle Mitarbeiter im World Wide Web zu suchen und zu finden. Dann liegen diejenigen ganz vorne, die professionelles Networking im Web betreiben, mit ihrem Profil in sozialen Netzwerken verantwortungsvoll umgehen und sich durchwegs in einem guten Licht darstellen. Diejenigen also, die die Chance nutzen, PR in eigener Sache zu betreiben. Wenn der Arbeitgeber allerdings nur auf Bilder stoßen kann, die in gepflegter Runde zu späterer Stunde auf Malle gemacht wurden oder sogar auf Beschwerden über Kollegen und den Chef, wird er sich noch einmal gründlich überlegen, ob er diesen Kandidaten oder diese Kandidatin wirklich zum Vorstellungsgespräch einladen möchte. Und denjenigen, die jetzt einwerfen, sie wären bereits bei zahlreichen Vorstellungsgesprächen gewesen und es hätte sie noch keiner auf ihre „Verfehlungen“ im Internet angesprochen, kann ich nur sagen: Wer verrät schon gerne seine Methoden?! Und vor allem: Wer gibt schon gerne zu, „spioniert“ zu haben?! 

 

Gegen ganz normale Partypics, die auf der Studentenfete aufgenommen wurden bzw. gegen Fotos vom Urlaub mit dem Liebsten hat sicher niemand etwas einzuwenden. Im Gegenteil: Wer gar nichts von sich Preis gibt, gerät schnell unter den Verdacht, kein Sozialleben zu haben. Und das Schlimmste ist wohl, im Netz überhaupt nicht gefunden zu werden: Dann liegt die Vermutung nahe, man hätte irgendetwas zu verbergen. Die Devise lautet also, sich ständig bewusst zu machen, dass alles, was einmal veröffentlicht wurde, für immer irgendwie verfügbar sein wird. Das ist Fluch und Segen zugleich, es kommt einfach darauf an, was man daraus macht. Daher rate ich allen: Erst denken, dann posten!

 

Julia Frank

 

 

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Ein Gedanke zu “Erst denken, dann posten – Verfehlungen im World Wide Web

  1. An Brisanz gewinnt Ihr Artikel dadurch, dass eine neue Seite namens Youropenbook (http://youropenbook.org) es jetzt ermöglicht, auf Facebook gezielt nach Peinlichkeiten zu suchen. Die Macher der Seite wollen damit nach eigenen Angaben auf den gedankenlosen Umgang mit persönlichen Daten aufmerksam machen. Youropenbook sei in gerade mal zwei Stunden Arbeit entstanden und nutzt einfachste Java- und HTML- Programmierung, um an die Daten der Facebook-Schnittstelle zu gelangen. Gefunden werden können durch Facebook-User freigegebene Datensätze.

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