Von Social Media zu Business Media?


Seit einiger Zeit geistert das Schlagwort Web 2.0 durch die Medien. Soziale Interaktionsportale wie Twitter, Wiki, Facebook, Youtube, flickr, xing oder Lokalisten gewinnen zunehmend an Bedeutung und somit auch an Macht und sozialem Druck. Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter den Konzepten?

Der Überbegriff „Unternehmen 2.0“  stellt eine neue Form der Unternehmenskommunikation dar. „SozialeMedien werden für die Unternehmensziele instrumentalisiert um im Idealfall Arbeitsabläufe zu optimieren und Wertschöpfung sowie Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen. Warum dies immer wichtiger wird erklärt Dr. Frank Schönefeld, COO T-Systems Multimedia Solutions, so.

Das Konzept birgt eine Vielzahl neuer Chancen und Risiken. Intern bedeutet die Nutzung oben genannter Portale eine Beschleunigung des Kommunikationsprozesses, das „Poolen“ von Wissen und Informationen ebenso, wie für die Geschäftsleitung eine Transparenz der Mitarbeiterbeziehungen untereinander. Unternehmen wie die Deutsche Bank und Amazon benutzen bereits seit 2007 ein eigenes Firmen Wiki, die britische Telekom tut dies schon seit 2002. (Bespitzelungsanspielungen nicht indentiert) Auch sonst ist der Trend nicht unentdeckt geblieben und so sind bereits 20 Prozent der Dax 30 Unternehmen auf sozialen Plattformen aktiv; 70 Prozent nutzen den Twitterdienst, knapp 60 Prozent betreiben eine Fanpage und youtube benutzen schon mehr als die Hälfte aller Großunternehmen. 

Extern bedeutet dies das nutzbar machen von „Schwarmenergien„, also kollektiv nutzbarem Einzelwissen, welches andernfalls in mehr oder weniger klugen Köpfen verrotten würde. Hinzu kommt die Möglichkeit Opinion Leader, also Personen mit einer Vielzahl an Freunden bzw. Kontakten innerhalb virtueller sozialer Netzwerke, gezielt Werbung zum eigenen Produkt zukommen zu lassen. Ausgehend von der These, dass so auch die Neugier der „Folgschaft“ geweckt wird.

Insbesondre für kleinere Unternehmen, Künstler und Ein-Mann-Betriebe bietet diese Art der Unternehmenskommunikation die Möglichkeit, zwar zeitintensiv, jedoch kostengünstig, eine große Zuhörerschaft zu erreichen.

Auch die politische Kommunikation bedient sich dieser Art der Informationsverbreitung. Die Grünen twittern z.B. so: Insert Wahl- und Parteiwerbung here.

Sonst noch interessant: Audi hat ein „privates und kritisches Newsportal„, mit Facebookverlinkung und Blogroll. Praktischerweise kann man, ganz ohne Marktforschungsbezogene Hintergedanken, seine Meinung zum neuen Audi A1 abgeben. Von „gefällt mir sehr gut“ bis „hat einen merkwürdigen Klappmotor????“

Die größten auf Facebook vertretenen Marken finden sich derzeitig hier.

Kritisch wird es u.a. bei der Reaktion der Verbraucher. Unternehmen und Endverbraucher stehen sich auf Augenhöhe gegnüber. Somit können Verhaltensweisen der Konsumenten nur durch die jeweilige Art der Unternehmens- bzw. Produktpositionierung kontrolliert werden. Empfänger entscheiden selbst welche Informationen sie abrufen und wie dann mit dieser Information umgegangen wird. So ist auch die direkte Umkehrung der Informationsflusses, in Form von negativem Feedback, möglich. 

Doch was bedeutet dies nun für die virtuellen sozialen Netzwerke? Wird das Problem des gläsernen Menschen nun zum Problem des gläsernen Unternehmens? Oder kommt es gar zu einer „Entwertung“ von social Media bei Privatpersonen? Ist die Zukunft also ein simplifiziertes, transparentes Netz der Unternehmenskooperationen alá „Hallo, ich bin der Real, meine Freunde sind Mediamarkt, Saturn und Kaufhof „, meine Interessen sind „Nachhaltigkeit und Verantwortung und Paybackkarten“ und ich bin auf der Suche nach Zulieferern mit interessanten Ideen.“ ? Schön, da bin ich Fan von.

 Qürzel

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