Machen Kunden in Zukunft Marken?

Markentreue kann sich durch die Identifikation mit einer Marke, eine Leidenschaft für das Sammeln derselben oder durch ein „Phänomen des Markenfans“ ausdrücken. In Sozialen Netzwerken wie Facebook, Lokalisten oder StudiVZ werden Top-Marken von Adidas bis Starbucks in solchen Fangruppen diskutiert. In der Auflistung der Top 30 Marken Fangruppen in Facebook steht Starbucks an erster Stelle, gefolgt von Coca Cola und Skittles. Auffallend dabei: Hauptsächlich Marken aus Bekleidungs- und Lebensmittelindustrie sind hier gelistet.  Vielleicht weil gerade Marken aus diesen Feldern bei Verbrauchern Emotionen hervorrufen. Und mit Dingen die uns beschäftigen, beschäftigen wir uns. Also ist eine Marke nur stark wenn wir uns mit ihr beschäftigen? Ist eine Marke nur so gut wie Sie kommuniziert oder wie gut über sie kommuniziert wird? In der Lebensmittel- und Bekleidungsbranche scheint es einen Zusammenhang zu geben zwischen der Präsenz in Sozialen Netzwerken und der Stärke einer Marke außerhalb des Internets. 

 Interessant an den Marken-Fangruppen ist dabei, dass Verbraucher aktiv Aufgaben von PR und Marketing übernehmen, so tauschen sich Mitglieder aus, diskutieren, geben Tipps, informieren, schaffen Bekanntheit, Bestätigung und können Vertrauen schaffen. Zielgruppen kommunizieren von sich aus über eine Marke. Wird in Zukunft die PR von Marken von Kunden gemacht? Mitgestaltet wird das Markenimage schon jetzt von Gruppen und Foren in sozialen Netzwerken. Zum Erhalt und Schaffung der Markentreue gehört aber nicht nur die Anzahl an Mitgliedern in einer Marken-Gruppe von Facebook. Die Herausforderung für Unternehmen liegt darin, die Kommunikation über ihre Marke nicht völlig aus der Hand zu geben, das Image mit klassischen Marketing- und PR-Instrumenten zu füttern und sich auf Kommunikation mit Usern einzulassen und darauf zu reagieren. Schlließlich wird Vertrauen nicht nur von einer Fangruppe sondern auch von der Marke selbst geschaffen.

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Mentos-Cola-Fontäne. Hobby-Chemiker stellten ihr Video des Experiments „Mentos küsst Cola“ vor einiger Zeit in YouTube.

Zahlreiche Nutzer ahmten es ihnen nach und stellten ihr eigenes Filmchen über die Cola-Fontäne ins Netz. Cola reagierte verschnupft und sah darin eine „Produkt-Entfremdung“. Mentos dagegen rief daraufhin eine erfolgreiche Marketingkampagne ins Leben und nahm die beiden experimentierfreudigen Männer – die als „Väter der Fontänen“ gelten – unter Vertrag. Mit ihnen (EepyBird) veranstaltet Mentos diesen Sommer ein Weltrekordevent, für das Mentos dazu aufruft bis Ende Mai sein Video auf Youtube zu veröffentlichen. Sucht man bei YouTube nach „Coke Mentos“, hat man aktuell 35.700 Videos zur Auswahl. Gut gemacht!

 

Eva Graeff

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2 Gedanken zu “Machen Kunden in Zukunft Marken?

  1. Marken wurden schon immer von Kunden gemacht, jedenfalls wenn man Domizlaff´s Konzept der Gewinnung öffentlichen Vertrauens ernst nimmt.

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