Mobile Recruiting im Mittelstand

Welche Herausforderungen ergeben sich im Rahmen einer effektiven und effizienten Gestaltung der Personalbeschaffung im deutschen Mittelstand? Welche Trends und Entwicklungen gilt es dabei zu beachten? Die Studie „Recruiting Trends im Mittelstand“ liefert Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen im Kontext der Personalbeschaffung.

Die Mittelständler veröffentlichen mit 68,2 Prozent die meisten freien Stellen auf den eigenen Unternehmens-Webseiten. Mehr als vier von zehn Vakanzen werden an die Bundesagentur für Arbeit gemeldet (42,9 Prozent) und in Internet-Stellenbörsen ausgeschrieben (40,3 Prozent). Bei rund drei von zehn offenen Stellen werden die eigenen Mitarbeiter dazu angehalten, geeignete Kandidaten zu empfehlen. Ein ähnlich großer Teil wird in Printmedien veröffentlicht. Das Social Web folgt mit 11,4 Prozent und sonstige, bislang nicht genannte Recruiting-Kanäle mit 5,7 Prozent. Die Längsschnittauswertung zeigt, dass alle betrachteten Kanäle mit Ausnahme der Printmedien (minus 5,9 Prozentpunkte) und sonstiger Kanäle (minus 2,7 Prozentpunkte) im Vergleich zum Jahr 2011 ein deutliches Plus zu verzeichnen haben. Die Präsenz in sowie das Verstehen von Social-Media-Anwendungen, wie zum Beispiel XING oder Facebook, werden als eher wichtige interne Herausforderung für die Rekrutierung. gesehen.

Mobile Recruiting beschreibt sämtliche Aktivitäten, mittels derer Unternehmen die eigene
Personalbeschaffung auf die verstärkte Nutzung mobiler Endgeräte hin ausrichten, um diese Entwicklung zum eigenen Vorteil nutzen zu können. Folgendes Bild zeigt die Einstellung von Personalverantwortlichen im deutschen Mittelstand zur Nutzung von Handy & Co. bei der Stellensuche:

MobileRecruiting

Jeweils 46,2 Prozent der mittelständischen Unternehmen sind davon überzeugt, dass die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte (Smartphones, Tablet-PCs) auch einen großen Einfluss auf die Rekrutierung haben wird und dass die Ansprache von Kandidaten über mobile Endgeräte für die Rekrutierung sinnvoll ist. Vier von zehn Teilnehmern an der Befragung gehen davon aus, dass sich Kandidaten zukünftig verstärkt über mobile Endgeräte bei ihnen bewerben werden. Diese Entwicklung unterstreicht, dass die mittelständischen Unternehmen Mobile Recruiting gegenüber immer positiver eingestellt sind und die damit verbundenen Potenziale zunehmend erkennen.

Obwohl die mittelständischen Teilnehmer an der Befragung Mobile Recruiting gegenüber deutlich positiver eingestellt sind als im Jahr 2012, ist die tatsächliche Umsetzung von Mobile Recruiting in den Unternehmen noch nicht weit fortgeschritten. Lediglich jeweils 7,7 Prozent der Befragten haben bereits die Darstellung ihrer Karriere-Webseite sowie ihrer Online-Stellenanzeigen für bestimmte mobile Endgeräte optimiert. Immerhin 24,6 Prozent (Karriere-Webseite) bzw. 18,5 Prozent (Online-Stellenanzeigen) planen eine entsprechende Optimierung für die Zukunft. Aktuelle Ergebnisse aus der Kandidatenstudie „Bewerbungspraxis 2015“ zeigen in diesem Zusammenhang, dass die Darstellung von Karriere-Webseiten auf dem eigenen Smartphone bei etwa drei von zehn Stellensuchenden und Karriereinteressierten tatsächlich fehlerfrei funktioniert. Für bestimmte mobile Endgeräte optimierte Apps zur Suche nach freien Stellen im eigenen Unternehmen bieten derzeit 1,6 Prozent der antwortenden Mittelständler an, und 17,2 Prozent wollen dies zukünftig tun. Überraschend hohe 52,4 Prozent wissen nicht, ob ihre Stellenanzeigen in Internet-Stellenbörsen auch über die Apps der genutzten Stellenbörsen abrufbar sind oder nicht.

Literatur: Recruiting Trends im Mittelstand 2015. Weitzel, T., Eckhardt, A., Laumer S., Maier C., von Stetten, A., Weinert, C., Wirth J. Universität Bamberg.

Sabrina Birk / Tobias Ullrich
Studiengang BWL-Industrie, IN315
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

Die Intensität der Internetnutzung hat zugenommen

Für Digital Natives  bzw. die Generation ab 1990 wurde der Umgang mit neuen Medien, wie z.B. dem Internet in die Wiege gelegt. Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 setzt sich mit diesem Thema intensiv auseinander. Für diese Generation ist die Nutzung des Internets eine Selbstverständlichkeit, denn ca. 94 % der 14 – 29 Jährigen deutschsprachigen Bevölkerung nutzen das Internet täglich.

„Das Internet ist nur ein Hype.“

So kann man sich irren. Der Urheber dieser Fehleinschätzung von 1995 ist kein Laie, sondern ein weltbekannter Unternehmer: Das Zitat stammt von Microsoft-Gründer Bill Gates.

Das Streamen von Musik über Spotify, das Schauen von Videos auf Youtube, das Lesen der aktuellen Nachrichten, das Shoppen auf Zalando, sowie das Googlen zur Informationsbeschaffung ist für diese Altersgruppe völlig normal. Genauer betrachtet fällt auf, dass vor allem die Frequenz, auf die das Internet zugegriffen wird beträchtlich gestiegen ist und das Internet bestimmt nicht nur ein Hype ist/war, sondern ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil unseres Lebens. Im Jahr 2015 waren es 44,5 Millionen Personen von insgesamt 70,5 Millionen der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren, welche das Internet täglich nutzten, was einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 3,5 Millionen Menschen bzw. 8,5 Prozent entspricht.

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60 + die Personengruppe mit dem größten Wachstumspotenzial

21,3 Millionen Personen in Deutschland sind über 60 Jahre, jedoch nutzen nur ca. ein Drittel dieses Personenkreises das Internet. Gerade bei den Personen ab 60 Jahren gibt es enorme Wachstumspotenziale, denn laut Statistischem Bundesamt wird der Anteil der unter 20-Jährigen sinken und die Personenzahl ab 60 Jahren zunehmen. Ein Vergleich zwischen jüngeren (14-29 Jahre) und älteren (ab 60 Jahren) Internetnutzern zeigt die Onlinetätigkeiten der jeweiligen Personengruppen 2015 auf. Während z.B. das Senden und Empfangen von E-Mails und das Onlinebanking in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen, legen die jüngeren vor allem Wert auf Chatten und das Schauen von Videos.

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Nutzungsintensität  

Durch mobile Zugänge und mobiles Internet (W-LAN, Hotspots) hat man fast überall die Möglichkeit mit der ganzen Welt vernetzt zu sein. Vor allem durch Smartphones und Tablets wird die Nutzungsfrequenz erhöht, da man die Geräte meist direkt bei sich trägt. Vergleichsweise beschäftigt sich die Gesamtbevölkerung 108 Minuten pro Tag mit dem Internet, während Besitzer mobiler Endgeräte sich 158 Minuten pro Tag mit dem Internet auseinandersetzen.

Ausblick

In unserer Generation (14 – 29 Jährigen) ist das Maximum der Internetnutzung fast erreicht, sodass es nur noch geringe Wachstumsraten geben wird. Vor allem die Generation 60+ wird in Zukunft noch mehr mit dem Internet und mobilen Endgeräten vertraut werden und die Wachstumspotenziale ausschöpfen. Interessant ist sicherlich auch ein Blick auf die unter 14 Jährigen, da diese außen vor gelassen wurden. Die Internetnutzung von Kindern sollte sicherlich in der Gesamtbetrachtung mitberücksichtigt werden, da diese schon im jungen Alter relativ viel Zeit in der großen Welt des Internets verbringen.

Quelle: Internetnutzung: Frequenz und Vielfalt nehmen in allen Altersgruppen zu. Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Heiko Behr / Philip Schinn
Studiengang BWL-Industrie, IN 315
Duale Hochschule Baden Württemberg, Campus Ravensburg

Audio, Radio und Musik bei Onlinern

Musik ist ein Gut, das uns alltäglich begleitet, und das schon seit vielen Jahren. Nur die Wege, wie wir Musik konsumieren, haben sich, vor allem in den letzten Jahren, stark geändert. Der Musikkonsum hat sich stark in das Internet verlagert. Vor allem mit diesem Thema hat sich die Online-Studie 2015 von ARD/ZDF beschäftigt. Dazu bedient man sich dem Audio-Nettowert als Kennzahl. Hierbei wird eine Person, die über verschiedene Quellen online Musik konsumiert, nur einmal als Online-Konsument berücksichtigt. Insgesamt ist zu sehen, dass die Nutzung von Audio im Internet stetig zunimmt und mit 60% im Jahre 2015 den höchsten aufgezeichneten Wert seit Erhebung aufweist. Als Nutzungsfrequenz wurde „zumindest selten genutzt“ verwendet.

Genauer verteilen sich die 60 Prozent auf

    • Musikdateien aus dem Internet mit                        31%
    • Radioprogramme live im Internet mit                   28%
    • Musik-Streamingdienste mit                                    15%
    • Audios von Radiosendungen zeitversetzt mit      15%
    • Audio-Podcasts aus dem Internet mit                    13%
    • Musikportale mit                                                        10%
    • Andere Audiodateien mit                                         15%

Doch wie lässt sich diese Entwicklung erklären? Ausschlaggebend dafür sind vor allem neuartige Konsumformen von Audiodateien im Internet wie zum Beispiel Musik-Streaming à la Spotify & Co. Lag hier die Nutzung 2014 noch bei 7 Prozent, hat sie sich im Jahre 2015 mit 15 Prozent fast verdoppelt.

Besonders interessant ist ein Vergleich der Nutzung aller Onliner mit den 14- bis 29-Jährigen Nutzern (den Digital Natives), vor allem, weil gerade diese Generation mit dem Konsumgut Internet aufgewachsen ist. Bei dieser Auswertung veränderte man die Nutzungsfrequenz auf „mindestens einmal die Woche genutzt“. Dabei ist zu erkennen, dass gerade für junge Konsumenten die Nutzung von Audios aus dem Internet einen hohen Stellenwert besitzt.59 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen die verschiedenen Audio-Anwendungen mindestens einmal pro Woche, wohingegen nur 33 Prozent aller Onliner diese Anwendungen mindestens einmal pro Woche nutzen.

Es gibt vor allem im Bereich des Musikstreamings eine Vielzahl junger Hörer. Wurde dieser Bereich in der Umfrage im Jahr 2012 noch nicht berücksichtigt, so benutzen heute 29 Prozent der 14- bis 29-Jährigen Streamingdienste mindestens einmal pro Woche. Dahingegen nutzen nur 11 Prozent aller Onliner diese Dienste in der gleichen Nutzungsfrequenz. Dies hängt damit zusammen, dass die jüngere Generation mit dieser neuen Art des Musikkonsums aufgewachsen ist und sich schneller dafür begeistert, wohingegen gerade die älteren Semester lieber auf altbewährte Medien wie CDs oder Radio zurückgreifen.

Aus dieser Zahl lässt sich auch schließen, dass gerade die jungen Hörer selbst bestimmen wollen, mit welcher Musik sie ihre Ohren beschallen.

Des Weiteren geht die Onlinestudie auch auf die tägliche Nutzung von Audios im Internet ein. Einige Ergebnisse davon können in der folgenden Tabelle begutachtet werden. Täglich nutzen rund drei Millionen Menschen in Deutschland Radio-Livestreams, Musikdateien aus dem Internet oder Streamingdienste.

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Insgesamt lässt sich sagen, dass vor allem der einfache und vielseitige Zugang zum Internet ein Grund für die starke Nutzung von Audios darstellt. Durch verschiedene Apps können Musiktitel identifiziert werden, bei WhatsApp kann man Sprachnachrichten verschicken und bei Google ist es möglich, per Sprachbefehl eine Suche zu starten. Doch auch die günstigen Konditionen beim Musik-Streaming locken viele Nutzer. Trotz all dieser Dinge verliert das Radio aber nicht an Bedeutung, sondern wird weiterhin sehr geschätzt und verwendet.

Quelle: Audio, Musik und Radio bei Onlinern im Aufwind. Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Florian Hoffmann / Michael Rehaber
Studiengang BWL-Industrie, IN 315
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

Mediennutzung und Lebenswelten

Das heutige Angebot an verschiedenen Medien ist unglaublich und bietet dem Konsumenten hohe Auswahlmöglichkeiten. Jedoch ist zu bemerken, dass sich die Art sowie der Umfang der Mediennutzung zwischen den verschiedenen Altersklassen und Bevölkerungsschichten stark unterscheiden. Um die Fragen zu klären, wer wie viel Fernsehen schaut, Tageszeitung liest, oder Radio hört, führt das ARD und das ZDF seit 1965 alle fünf Jahre eine Langzeitstudie „Massenkommunikation“ durch. Hierbei werden die sogenannten Sinus-Milieus berücksichtigt.

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Das Modell der Sinus-Milieus fasst Menschen mit einer ähnlichen Lebensweise und Lebensauffassung in 10 Gruppen zusammen. In einem Koordinatensystem mit den Achsen „Soziale Lage“ und „Grundorientierung“ werden diese Milieus dann angeordnet. Je höher eine Gruppe auf der Achse der sozialen Lage platziert ist, desto höher ist ihre Bildung und ihr Einkommen. Je weiter rechts ein Milieu auf der Achse der soziale Lage verortet ist, desto moderner ist diese Gruppe. Als Grundlage für die Langzeitstudie wurden 4.300 Personen ab 14 Jahren, die repräsentativ für die deutsche Gesellschaft sind, telefonisch zu ihrer Mediennutzung befragt.

In allen Milieus sind Fernsehen und Radio das meistgenutzte Medium. Nur im „expeditiven Milieu“ , das als „mental, kulturell und geografisch mobil sowie online und offline vernetzt“ gilt, ist das Internet auf dem gleichen Niveau mit dem TV und dem Radio. Seine größte Tagesreichweite mit ca. 88% erreicht das Fernsehen im Sicherheit und Ordnung liebenden „traditionellen Milieu“ sowie der leistungsbereiten „bürgerlichen Mitte“. Im Milieu der „Sozial-ökologischen“, also jenen, die sich als konsumkritische Globalisierungsskeptiker sehen, werden besonders viele Bücher gelesen. In den Milieus der „Performer“, der „Expeditive“ und der „Liberalintellektuellen“ (aufgeklärte Bildungselite) ist das Internet mit einer Tagesreichweite um die 60% besonders stark vertreten. Dies lässt sich schon dadurch erklären, dass in der Beschreibung dieser Milieus seinen Anhängern eine Affinität für EDV und Internet zugeschrieben wird.

In den modernen Milieus wird das Internet täglich von mehr als 50% der Personen benutzt und überholt hier die Tageszeitung als Massenmedium. Jedoch nutzen diese modernen Milieus das Internet und das Smartphone zur Nutzung von TV und Radio. Nur in den eher konservativen Milieus wird der Tageszeitung ein höherer Stellenwert als dem Internet zugeschrieben.

Auch die Nutzungsmotive der einzelnen Medien wurden untersucht. Die Hauptmotive für das Fernsehen und Radiohören sind Spaß, Information und Entspannung. Für das Lesen der Tageszeitung ist in erster Linie der Informationsgehalt ausschlaggebend. Das Internet wird v.a. zur Information, Spaß und wegen seiner Nützlichkeit im Alltag genutzt. Besonders auffallend ist, dass die durchschnittliche Mediennutzungszeit in allen Milieus ungefähr 8,5 Stunden täglich beträgt.

Die Befragten sollten auch eine Einschätzung über die Entwicklung der Medien und ihrer Nutzung in den nächsten zehn Jahren abgeben. Es wurden sehr Hohe und in allen Milieus ähnliche Aussagen vernommen, so sollen die öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehprogramme unverzichtbar bleiben. Dem Fernsehen wird auch in Zukunft eine sehr hohe Bedeutung eingeräumt. So geht man davon aus, dass die Menschen weiterhin Zuhause TV sehen und auch an großen Ereignissen unterrichtet werden möchten.
Eine besonders starke Bindung hat der deutsche Bürger deshalb zum Radio, zum Fernsehen und auch zum Internet. Wobei die Ausprägung in den verschiedenen Milieus differiert. So weist das adaptiv-pragmatische Milieu eine besonders starke Bindung zum Radio auf, während das traditionelle Milieu stärker mit dem TV verbunden ist und die Performer am wenigsten das Internet entbehren würden.

Quelle: Mediennutzung und Lebenswelten 2015. Ergebnisse der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation

Larissa Barth/ Melissa Jung
Studiengang BWL-Industrie IN 315
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

„Home is where your app is“ – den Haushalt in der Tasche

Man liest über sie in vielen Fachzeitschriften, hört von ihr kontinuierlich in der BWL-Vorlesung, sieht Berichte in den Wirtschaftsnachrichten – eigentlich redet die ganze Welt über sie: die Industrie 4.0. Was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?  Die Plattform Industrie 4.0 der Bundesministerien für Wirtschaft, Energie sowie Bildung und Forschung definiert ihn wie folgt:

In der Industrie 4.0 verzahnt sich die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die rasant zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie verändert nachhaltig die Art und Weise, wie zukünftig in Deutschland produziert und gearbeitet wird: Nach Dampfmaschine, Fließband, Elektronik und IT bestimmen nun intelligente Fabriken (sogenannte „Smart Factories“) die vierte industrielle Revolution.“

So weit, so gut, doch wie macht sich dies in unserem alltäglichen Leben überhaupt bemerkbar? Fakt ist, dass immer mehr elektronische Geräte per App mit dem Smartphone oder Tablet verbunden sind. Nehmen wir zum Beispiel die Zahnbürsten-App, die uns beim Zähneputzen genau sagen kann, wie lang und mit welchem Druck wir putzen sollen. Diese Technik wird nun auch auf immer größere Haushaltsgeräte anwendbar.

„Habe ich daran gedacht, den Backofen auszuschalten? Mist den Einkaufszettel habe ich auch vergessen!“ Diese Probleme kennt doch jeder. Doch dank der Home Connect App lassen sich Backofen, Geschirrspüler oder Waschmaschine problemlos auch von unterwegs aus mit dem Smartphone bzw. dem Tablet steuern.

Home Connect ist eine für Android und IOS kostenlose Applikation mit der sich Hausgeräte, welche die Home Connect Funktion besitzen, nicht nur an- und ausschalten lassen – zusätzlich bietet sie Tipps und Tricks zur Gerätenutzung (z.B. das richtige Waschprogramm für die Waschmaschine), zudem Rezeptideen, Infos zum Gerätestatus (z.B. ob neuer Klarspüler für die Spülmaschine benötigt wird) und Hilfestellungen bei möglichen Störungen.

Das Ganze funktioniert über drahtloses Internet (WLAN) und einen integrierten WLAN-Chip im Gerät, unter höchsten Sicherheitsstandards, damit der Datenaustausch mit den Hausgeräten absolut geschützt bleibt.

Das Praktische an Home Connect ist, dass die Benutzung der App nicht an einen einzigen Hersteller gebunden ist, sondern eine Kooperation mit mehreren führenden, europäischen Marken der Haushaltsbranche besteht. Bekannte Partnerunternehmen sind Bosch und Siemens sowie Servicepartner, wie Nest (Thermostate) und Finish (Geschirrspülmittel). In Zukunft soll das bestehende Markenspektrum noch erweitert werden, sodass für jeden Kundenanspruch Home Connect verfügbar ist.

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Den ganzen Haushalt immer dabei, auf dem Smartphone – das ist für viele wahrscheinlich noch eine ungewohnte Vorstellung. Diese Innovation ist tatsächlich schon auf dem Markt der Hausgeräte etabliert, und  es gibt schon einige Anwender, die diese Technologie verwenden. Die Meinung der Kunden gibt uns einen Eindruck, ob die Home Connect App den Haushalt wirklich maßgeblich erleichtern kann oder in welchen Bereichen noch Entwicklungspotenzial stecken könnte.

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Das ist sie also, die Industrie 4.0, einfach und viel näher als gedacht. Wir fragen uns, wie lange es noch dauert, bis der Herd von ganz alleine kochen kann…

Isabel Kees / Lisa Engelhardt / Stefanie Voß
Studiengang BWL-Industrie, IN315
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

Wer nicht gefunden wird, existiert nicht

Etwas drastisch, aber voller Wahrheit bringt die alte SEO-Weisheit auf den Punkt, was es bedeutet, wenn man heutzutage nicht im Internet zu finden ist. Vor 20 Jahren fragten sich noch sehr viele Firmen, ob sie wirklich eine Internetseite brauchen. Heute ist das eine Selbstverständlichkeit. Doch welchen Nutzen hat eine Website heute, wenn sie nur schlecht gefunden wird? An diesem Punkt setzt die Suchmaschinenoptimierung an.

Suchmaschinenoptimierung (englisch: Search Engine Optimization – SEO) umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Webseiten in den Suchergebnisseiten von Suchmaschinen wie z.B. Google möglichst weit oben erscheinen und dadurch öfters besucht werden. Doch warum ist das so wichtig?

Der Erfolg einer Website hängt von der Sichtbarkeit und der Platzierung auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen ab, denn auf Platz 1 der Online-Anwendungen steht mit 83 % das Benutzen von Suchmaschinen. Die am meisten verwendete Suchmaschine ist Google. Sie wird in etwa 90 % aller Suchanfragen genutzt. Es wird nicht nach Adresszeilen oder Sätzen „gegoogelt“, sondern nach Schlagwörtern und Begriffen. Die Zahlen von SEO-Gold 2013 zeigen, dass die Position 1 in den Suchergebnissen eine Klickrate von 36,4 % hat. Position 2 von 12,5 % und Position 3 nur noch von 9,5 %. Deshalb ist die Suchmaschinenoptimierung eine der wichtigsten Aufgabe der Online-Kommunikation. Doch wie geht man dabei vor?

Eins steht fest: Suchmaschinenoptimierung ist keinesfalls einfach. Denn die beliebteste Suchmaschine – Google – plaudert nicht gerne über die Auswahlkriterien für die Top-Ergebnisse. Dennoch findet man im Internet und in der Literatur etwa 200 Kriterien. Doch keiner weiß, welchen Kriterien Google welche Relevanz beimisst. Irgendwie muss das Thema trotzdem angegangen werden. Dabei lässt sich die Suchmaschinenoptimierung in zwei Felder unterteilen, die On-Page- und die Off-Page-Optimierung.

On-Page-Optimierung
Unter On-Page-Optimierung fallen alle Maßnahmen, die direkt auf der Website beeinflusst und optimiert werden können. Die Optimierungsmethoden befassen sich mit dem Inhalt, der Struktur und technischen Faktoren. Die Seiteninhalte sollten qualitativ, einzigartig und themenrelevant sein. Unter den Punkt Struktur fallen Formatierungen, Überschriften etc. Auf der technischen Seite sollte der Quellcode optimiert werden. Darunter fällt die Verwendung von suchmaschinenfreundlichen und validen Markup, die Optimierung einzelner Meta-Elemente, der alt-Attributen (Inhalt eines Bildes in Textform) und die Seitentitel. Üblicherweise wird eine Seite für ein bis drei Suchwörter optimiert. Oft wird auch eine umfangreiche Seite in mehrere Einzelseiten aufgeteilt, um diese für verschiedene Suchbegriffe zu optimieren.
Ein konkretes Beispiel ist die Darstellung des Suchtreffers in den Ergebnisseiten.
Hier ein Beispiel mit einer guten Präsentation des Suchtreffers:

Bild Suchtreffer                                                                                  1. Title-Tag, 2. URL, 3. Description-Tag

Off-Page-Optimierung
Unter Off-Page-Optimierung fallen alle Maßnahmen, die außerhalb der Website optimiert werden. Darunter fällt z.B. die Verlinkung der Website. Diese Maßnahme hat das Ziel, dass möglichst viele und hochwertige Backlinks – Links von Dritten – auf die eigene Website verweisen. Solche Links sind als Empfehlungen anzusehen. Je höher die Popularität des Links umso besser das Ranking in den Suchergebnissen. Ein gutes Listing und eine gute Sichtbarkeit in Suchmaschinen werden auch stark von der Quantität und Qualität der eingehenden Links auf eine Website beeinflusst.
Außerdem gibt es die Möglichkeit sich in Verzeichnissen wie Google Places bzw. Google+ Local eintragen zu lassen. Des Weiteren sollten Informationen über das Unternehmen in relevanten Online-Branchenbüchern aktuell und richtig gehalten werden.

Hier nochmals eine Übersicht mit den Maßnahmen der On- und Off-Page-Optimierung:

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Im Normalfall erfolgt bei der Suchmaschinenoptimierung einer Website immer zuerst die On-Page-Optimierung und danach die Off-Page-Optimierung.

Suchmaschinenoptimierung braucht zwar Zeit, Wissen, Erfahrung und finanzielle Ressourcen, doch wenn dies vorhanden ist, kann das Ranking in den Suchergebnissen der Suchmaschinen verbessert werden und somit auch die Online-Kommunikation.

Literatur: Online-Kommunikation im Social Web. Mythen, Theorien und Praxisbeispiele. Hg. v. Sabine Kirchhoff. Verlag Barbara Budrich UTB 2014.

Catharina Westermayer / Katja Werkmann
Studiengang BWL-Industrie, IN 315
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

Employer Branding im Social Web

Der Gipfel des Wachstums der sozialen Medien scheint noch nicht erreicht. So ist es durchaus plausibel, dass immer mehr Unternehmen in Deutschland auf eine erhöhte Social-Media-Präsenz setzen. Die Unternehmen nutzen die „neuen“ Präsentationswege in den sozialen Netzwerken hauptsächlich für die externe Unternehmenskommunikation wie Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Recruiting. Aber auch intern wird das Employer Branding (dt. Arbeitgebermarkenbildung) immer wichtiger.

In Zeiten des Fachkräftemangels reicht passives Personalmarketing längst nicht mehr aus, um qualifizierte Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen. Es scheint als würde sich die Bewerberrolle umkehren und das Unternehmen selbst müsse sich den potenziellen Kandidaten vorstellen. Dass sich hierzu soziale Netzwerke wie Facebook (aktuell 1,59 Mrd. Nutzer) als perfekte Plattform anbieten, wird inzwischen auch den Kritikern klar.

Social_Media_UnternehmenDas Employer Branding ist jedoch viel mehr als eine Recruiting-Maschine

Neben möglichem Wachstum der Markenbekanntheit durch die Fokussierung der eigenen Merkmale und Leistungen ermöglichen soziale Netzwerke einen authentischen Einblick in den Arbeitsalltag und bietet eine Werbefläche für diverse Firmenevents. Zudem erweitert man durch die Registration auf einem solchen Netzwerk die Kontaktmöglichkeiten zwischen dem Unternehmen, Mitarbeitern und Bewerbern. Dies ist maßgebend für die Positionierung der Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber und beeinflusst damit den langfristigen Unternehmenserfolg. Es ist wichtig, nicht nur eine größere Schar an Bewerbern zu finden, sondern auch die bisherigen Mitarbeiter zu fördern und  langfristig an das Unternehmen zu binden.

Keine Standardisierung für Employer Branding

Wichtig ist, dass es keine einheitliche Formel für das Employer Branding gibt. Jedes Unternehmen muss für sich selbst, am besten mit einer Analysephase, den derzeitigen Stand der Arbeitgebermarke feststellen (wie am Beispiel der Schuler AG bereits gezeigt). Nur dann kann in den nächsten Phasen das Standing und die Reichweite des Unternehmens verbessert werden. Als Grundsatz hierfür gilt, dass die individuellen Werte und Ziele des Unternehmens in der Präsenz widerspiegelt werden sollen. Die Unternehmenskommunikation, die hauptsächlich für die Außenpräsentation verantwortlich ist, sollte zu diesem Zweck mit dem Marketing passende Konzepte ausarbeiten. Doch auch hier gilt: Nur durch glaubwürdige, aktuelle, kontinuierliche und adressatengerechte Kommunikation wird das Employer Branding erfolgreich. Denn schließlich werden auch Mitarbeiter mitlesen und mitmachen. Verharmloste oder gar falsche Informationen können schnell zu einem „Shitstorm“ führen – und das Gegenteil des eigentlichen Zweckes bewirken.

Umstellung muss langfristig angelegt werden

Um wirklich einen Nutzen aus dem Employer Banding ziehen zu können, muss ein für das Unternehmen abgestimmtes Konzept langfristig angelegt werden. Kurzfristige Aktionen und Kampagnen rechtfertigen die Investitionen nicht und bringen auf lange Hinsicht keinen Erfolg. Daher muss im gesamten Unternehmen ein Veränderungsprozess stattfinden. Vor allem leitende Mitarbeiter, HR-Verantwortliche und Geschäftsführer müssen als Vorbilder fungieren und die veränderte Unternehmenskultur leben. Zusätzlich sollte das Employer Branding durch verbindliche Leitlinien und Feedbackoptionen beispielsweise an die HR-Abteilung oder durch Coachings im Unternehmen verankert werden.

Literatur: Online-Kommunikation im Social Web. Mythen, Theorien und Praxisbeispiele. Hg. v. Sabine Kirchhoff. Verlag Barbara Budrich UTB 2014.

Simon Kloos / Domenik Wuhrer
Studiengang BWL-Industrie, IN 315
Duale Hochschule Baden Württemberg, Camupus Ravensburg